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Gemeinsam international kochen und essen – das ist Völkerverständigung auf kulinarische Art.

Viermal wollen wir im Jahr 2016 im Martin-Luther-King-Haus „Miteinander lecker kochen“:
Bekanntes und weniger Bekanntes gemeinsam zubereiten mit allen Sinnen und dabei ins Gespräch kommen über landestypische Zutaten und Gewürze, das Essen, Traditionen, Land und Leute.
Auf dem Speiseplan standen:

  • Pizza Abend (1.6.)
  • Persisch kochen mit Sakine
  • Leckere Injeras aus Somalia und Eritrea (14.9.)
  • Pfälzer Abend mit Dampfnudeln und Kartoffelsuppe (2.11.)

 


Pfälzer Abend mit Dampfnudeln und Kartoffelsuppe am 2.11.

Schon zum vierten Mal in diesem Jahr haben wir am 02. November  miteinander lecker gekocht. Auf der Wunschliste  für diesen Abend  standen Dampfnudeln. Ist die Zubereitung doch für Unerfahrene eine kleine Herausforderung. Und für Menschen, die es aus der großen weiten Welt in unsere beschauliche Pfalz verschlagen hat, ist schon die Tatsache, dass es sich bei diesem Gericht keineswegs um herkömmliche Nudeln handelt, eine Sensation. In der Küche im MLK-Haus haben dieses Mal vier Nationen Hand in Hand gearbeitet und dafür gesorgt, dass der große Berg Hefeteig in viele kleine Kugeln gerollt wird. Bald entbrannte ein Wettstreit darüber, wer die perfekteste Dampfnudel in Form brachte. Irfan und Tanzeem aus Pakistan begutachteten den Teig zunächst kritisch und verglichen ihn mit den Kriterien, die ein guter Pizzateig ausmacht. Aber Dampfnudeln zeichnen sich nun mal dadurch aus, dass sie nicht dünn und flach auf ein Blech gelegt werden, sondern kugelrund in der Pfanne eine Salzkruste bekommen. Und so war der Teig dafür letztendlich doch genau richtig. Für die Suppe wurden eifrig Kartoffeln geschält und Gemüse geschnippelt. Und natürlich durfte auch eine leckere Vanillesoße nicht fehlen. Am Ende saßen wir wieder alle am gedeckten Tisch und ließen es uns schmecken. Die pfälzer Kombination von Dampfnudeln, Vanillesoße und Kartoffelsuppe war dabei nicht nur für Menschen aus Syrien, Pakistan oder Eritrea eine neue Erfahrung.

 

Hier das Rezept:

 

Pfälzer Dampfnudeln

 

Zutaten

 

1000g Mehl

1,5 P. Trockenhefe

100 g Zucker

450 ml Milch

1-2 Eier

60g Butter

1 Prise Salz

Öl  und Salz zum Ausbacken

2 Tassen Wasser

 

Mehl mit Hefe, Zucker, Eiern, Salz und lauwarmer Milch + Butter zu Hefeteig verkneten.

Den Teig so lange schlagen, bis er Blasen wirft. Dann kräftig durchkneten (je länger, desto besser). Den Teig wieder in die Schüssel geben, mit einem feuchten Tuch abdecken und an einem warmen Ort mindestens 1/2 Stunde gehen lassen.

Den Teig nochmals kräftig durchkneten, auf der Handfläche zu kleine Kugeln rollen.

In einer hohen Pfanne 1 EL Öl erhitzen und kräftig Salz (je nach Geschmack) zugeben. Die Hälfte der Dampfnudeln hineinsetzen. 1 Tasse Wasser zugeben und mit einem Deckel abdecken. Ca. 20 Minuten bei mittlerer Hitze kochen, bis das ganze Wasser verdampft ist. Den Deckel zwischendurch nicht hochheben, da die Dampfnudeln sonst zusammen falten können. Mit der nächsten Fuhre genauso verfahren.

Dazu passt Wein- oder Vanillesoße und eine selbstgemachte Kartoffelsuppe.

Fotos vom Miteinander lecker kochen am 2. November 2016

Miteinander lecker kochen am 14. September 2016


Leckere Injeras aus Somalia und Eritrea

Wer von uns hat schon genaue Vorstellungen über die Küche Somalias und Eritreas?

Wir waren alle sehr gespannt, was der Abend uns an kulinarischen Köstlichkeiten bieten würde und trafen uns wie immer voller Vorfreude in der Küche im MLK-Haus.

14 Interessierte waren diesmal dabei und wurden von den drei Köchinnen Amaal, Elisabeth und Medanit in die Geheimnisse der Küche vom  Horn von Afrika eingeweiht. Auf dem Speiseplan standen Injeras, also eine Art Pfannkuchen mit Gemüse- oder Fleischsoße. Da es den zeitlichen Rahmen gesprengt hätte, alles vor Ort zuzubereiten, brachte Elisabeth die eritreischen Fladen und eine schon teilweise vorbereitete Fleischsoße mit. Grundlage der Fladen ist, so konnten wir lernen, das Teff-Mehl, aus Zwerghirse gemahlen und Hefe.

Die Fleischsoße bestand aus Hühnerbeinen, passierten Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch  und wurde scharf gewürzt mit Chili, Kumin, Zimt, Nigellasamen und Rosmarin. Der Clou waren die hartgekochten Eier, die mehrfach eingeritzt in die Soße kamen.

Das Backen  der somalischen Fladen erfolgte auf besondere Art. Der Teig wurde von Amaal elegant in die Pfannenmitte gegeben und dann mit einem Bechermaß spiralförmig nach außen gedrückt. Kurz kam der Deckel auf die Pfanne um dann auch gleich den fertig gebackenen Fladen, der nicht gewendet wurde, mit den Fingern herauszuholen! Auch die somalischen Injeras bestanden zu einem Teil aus Teff-Mehl und Hefe. Amaal erzählte uns, dass sie zu Hause immer einen kleinen Teigrest im Kühlschrank aufbewahrt, um mit ihm den nächsten Teig wieder anzusetzen.

Beim Tisch decken stellte sich dann die Frage, welches Besteck wir brauchen würden. Vorsichtshalber wurden Löffel, Messer und Gabel ausgelegt, eigentlich nicht nötig. Geübte Esser reißen ein Stück Injera ab, nehmen damit die Soße auf und balancieren alles tropffrei zum Mund – nun: wir müssen noch üben!

Fotos vom Miteinander lecker kochen am 14. September 2016

Persisch kochen mit Sakine


 

Miteinander lecker kochen
Sie heißt Sakine und kommt aus Afghanistan, aber vor ihrer Flucht nach Deutschland hat sie lange im Iran gelebt und dort als Köchin gearbeitet. Jetzt lebt sie mit ihrem Sohn und ihrem Enkel in Speyer. Sie besucht eifrig den Deutschkurs, aber es ist schwer für sie, die neue Sprache zu lernen, denn sie hat nie eine Schule besucht und noch nie etwas von Grammatik gehört.
Zusammen mit Mohsen Nateghi aus dem Iran hat sie Ghabeli vorbereitet, eigentlich ein afghanisches Gericht mit Reis, Hähnchenfleisch, Karotten und Rosinen.
Während Mohsen uns erklärt, wie man in Persien kocht, nämlich stundenlang mit viel Muse, bereitet Sakine Schritt für Schritt das Ghabeli zu.
Für uns gibt es nicht viel zu helfen, also schauen wir fasziniert zu, wie sie die Rosinen in viel Öl frittiert, lassen uns die besondere Art der Zubereitung von Reis erklären und schauen uns die Kochbücher und Informationen über Persien an.
Auch den Tisch dürfen wir decken. Am schön gedeckten Tisch essen wir Massen von dem lockeren Reis in dem die Süße der Rosinen wunderbar mit dem Fleisch harmoniert und erfahren von Mohsen noch mehr über Sakine und ihre Familie und über das Leben im Iran.
Und weil wir mitgeschrieben haben, werden wir das Rezept zuhause vielleicht nocheinmal nachkochen. Hier das Rezept:

 

Ghabeli
(Reis mit Hähnchenfleisch)

 

 

  • Den Reis 2 Stunden in Salzwasser einweichen
  • Karotten stiften und andünsten
  • Rosinen waschen
  • Hähnchenfleisch würfeln
  • Zwiebeln kleinschneiden
  • Topf mit reichlich (!) Sonnenblumenöl befüllen und Rosinen hineingeben. Wenige Minuten darin bei hoher Temperatur frittieren.
  • Frittierte Rosinen herausnehmen, Fleisch und Zwiebeln in den Topf hineingeben, Salz dazu und schaumig aufkochen, bis das Fleisch gar ist.
  • Topf mit Wasser füllen, zum Kochen bringen und Reis hineingeben. Wenn der Reis fast gar ist, in Sieb gießen und abschrecken.
  • Reis mit Karotten, Fleisch und Rosinen mischen, in Topf füllen und Öl darüber geben. Nicht im Topf umrühren! Geschirrtuch zwischen Topf und Deckel legen. Ca. 20 – 30 min. kochen.
  • Ist der Reis gar? Mach die Fingerprobe!
  • Zum Anrichten auf flache Teller häufen

Pizza Abend

Mit Gianna Nanini durch den Abend

 

Es sollte einfach ein netter italienischer Abend werden – und es wurde ein tolles Pizzafest daraus. Wir hofften, dass einige Teilnehmer aus dem Cafe Asyl dazukommen würden und warteten um 18.00 gespannt, ob wir die Berge Pizzateig alleine oder mit Unterstützung verarbeiten mussten. Am Ende wurden alle Erwartungen übertroffen. Wer hätte gedacht, dass in der Küche bis zu 20 Personen gleichzeitig werkeln können??? Jeder bekam seine Aufgabe und so wurde mit viel Elan etliche Teigkugeln geknetet, der Belag geschnippelt, Käse gerieben, Tomaten mit Mozzarella angerichtet und Tiramisu zubereitet. Mit dabei war auch wieder Sakine aus Afghanistan, die wir ja schon beim letzten Mal kennen gelernt hatten. Diesmal hatte sie Tochter und Enkel mitgebracht. Nadja aus Georgien kam mit ihrer Tochter Lika. Und genau wie alle anderen auch, unterhielt sie sich mit ihrer Freundin Elisabeth aus Eritrea angeregt auf Deutsch. Insgesamt waren es sieben verschiedene Nationen – und alles ohne Sprachverwirrung!  Der professionelle Pizzaofen wurde fleißig mit belegten Blechen gefüttert, und heraus kamen wunderbar duftende Pizzas in vielen verschiedenen Varianten. Auch das leckere Bananen-Tiramisu zum Nachtisch war ein Gedicht. Beim genussvollen Verzehr lief natürlich italienische Musik und Gianna Nanini sorgte für die richtige Stimmung. Für Maher aus Syrien, der dort als Eventmanager und DJ arbeitete, eine neue musikalische Erfahrung.

Pizza Rezept

Rezept  für den Pizzateig

 

500g Mehl  (wir hatten : Farine speziale per Pizza Tipo 00)
5 Eßlöffel Olivenöl
½ Paket Hefe
Wasser und Salz

Den Teig gehen lassen, gut kneten, ausrollen und auf Bleche legen.

Für die Tomatensoße: passierte Tomaten, Tomatenstücke, Oregano, Basilikum und Salz verrühren.

Belag nach Wahl: Oliven, Peperoni, Chamignons, Rindersalami, Kapern, Paprika, Sardellen, Knoblauch, geriebener Käse

Fotos vom Pizzaabend am 1. Juni 2016